Ryanair ist eine irische Fluggesellschaft,
die zu den sog. Billiganbietern zählt. Bekannt ist sie nicht zuletzt durch
die auffällige Werbung, die durchaus polemisierend gegenüber ihren
Mitbewerbern wirkt. Für Schlagzeilen sorgt auch nicht weniger der
Geschäftsführer der Gesellschaft Michael O’Leary.
Das Konzept der niedrigen Preise begleitete die Firmenpolitik seit der
Gründung im Jahre 1985 durch den irischen Unternehmer Tony Ryan. Die
Expansion erfolgte zwar ziemlich rasch, allerdings ohne dass es dem
Unternehmen gelang, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Eine erste Wende
gab es, als O'Leary 1993 die Führung übernahm. Das Konzept der
Billigtarife wurde noch verschärft, wenig rentable Strecken wurden
aufgegeben und es erfolgte eine Vereinheitlichung der Flugflotte. Als die
EU-weite Deregulierung des Luftverkehrs einsetzte, weitete Ryanair den
Betrieb nach Kontinentaleuropa aus. Mittlerweile ist das Unternehmen eine
AG, deren Aktien nicht nur in Dublin und London, sondern auch in New York
gehandelt werden. Gegenwärtig gilt Ryanair als die weltweit weitgrößte
Billigfluglinie.
Nach dem Stand vom Sommer 2007 verkehrt die Ryanair zwischen 25 der EU
zugehörigen Ländern, wobei die Zahl der angeflogenen Flughäfen bei knapp
140 liegt. Die Konzentration auf die Europäische Union scheint nicht von
ungefähr, da sie für die Fluggesellschaft mehr Freiheit mit sich bringt,
gegenüber den sonst fälligen internationalen Verhandlungen und Abkommen.
Eine Ausnahme hierzu bilden lediglich die Kanaren, Marokko, Kroatien, die
Schweiz und Norwegen. Dabei bilden 21 der Flughäfen eine Art von Basen,
von denen aus mehr Ziele angeflogen werden als von den übrigen Flughäfen
der Ryanair. Die größte davon ist London mit 40 fest stationierten
Flugzeugen.
Da die Geschäftsstrategie auf niedrige Preise und somit Einsparungen von
Kosten ausgerichtet ist, sind zur Erzielung des letzteren eine Reihe von
Maßnahmen notwendig. Dazu gehört unter anderem, dass die Buchungen zum
größten Teil nur online möglich sind, während telefonischer Support
gebührenpflichtig ist. An Bord gibt es kein Fernsehen oder ähnliches
Unterhaltungsmedium und Snacks sowie Getränke gibt es nur gegen Aufpreis.
Die Aufenthaltszeiten am Boden sind recht kurz – ganze 25 Minuten – und
auch Abflüge nach 21 Uhr werden möglichst vermieden. Aber auch das
Personal ist von den Einspar-Maßnahmen betroffen – so gibt es eine
möglichst mögliche Diensteinteilung und Übernachtungen an Fremdflughäfen
wegen der Unterbringungskosten werden streng vermieden.
Die Flotte konzentriert sich auf Boeing, Typ 737800, von denen nach Stand
v. Juni 2007 137 vorhanden sind. Allerdings stehen weitere, über 100,
Exemplare dieses Flugzeugtyps auf der Bestellliste. Dafür werden aber in
naher Zukunft die Veteranen unter den Ryanair-Fliegern ausrangiert, um
Platz für ihre neueren Nachfolger zu machen.
Die Online-Buchung verläuft bei diesem Anbieter recht einfach. Nach
wenigen relevanten Angaben wie Abflugsort, Zielort, Reisedatum etc. öffnet
sich eine neue Website, auf der die dazugehörigen Flüge samt Preis
angezeigt werden. Nach Auswahl des Fluges gelangt der Kunde mit einem
Klick direkt zur eigentlichen Buchung. Die Online-Präsenz von Ryanair
bietet auch andere Services wie z.B. eine Suchmaske nach einem günstigen
Mietwagen-Anbieter am Zielort oder etwa die Suche nach der passenden
Unterkunft. Nach der Art der sog. Frequently Asked Questions gibt ein
recht umfangreiches Sammelsurium Auskunft zu allen möglichen Fragen, die
in Verbindung mit einer Flugreise – mit oder ohne Ryanair – entstehen
können.